Was nicht ist kann ja noch werden

WordPress – das neue Frontpage

WordPress macht vieles richtig. Vor allem macht es jeden zum Webdesigner und ist damit zum CMS für die große Masse geworden.

Um WordPress kommt man nicht herum, hab ich mir sagen lassen. Also schau ich mir das wieder mal an, nach all den Jahren.
Hat sich viel getan, ja bumm, da schau ich. Flutscht, kracht, Vorlagen und Schnippelchen in teils sehr guter Qualität. Kein Wunder, dass da alle drauf abfahren.
Nicht umsonst hat WordPress unter den CMS einen Marktanteil wie Google bei den Suchmaschinen.

Es gibt zahllose Vorlagen, aus denen man wählen kann, und wenn man zb eine Website für einen Webdesigner machen will, kann man sich mit wenigen Klicks ein BestOf zusammenstellen.
Für das allgemein innovative StartUp gibt es sogar die Inhalte mitsamt allerhand toller Fotos; „Wir bündeln die Kompetenz in allen Bereichen“, „Lassen Sie Ihre Chancen nicht ungenutzt!“, „Ihr Partner für den Erfolg!“ usw, garniert mit Menschen im Anzug, Menschen am Strand, Menschen, die endlich glücklich sind.

Toll, das ist die Zukunft.

Nach dem ersten Staunen kommt der 2. Blick, und da kommt mir das alte MS Frontpage in den Sinn. Ja, wie ein modernes Frontpage: flutscht, kracht, Schnippel und Vorlagen ohne Ende. Endlich Webdesign für jedermann, wie damals in den frühen Nullern, als das Web explosionsartig gewachsen ist und jeder, der einen Computer hatte auch gleich Webdesigner war.

Der 3. Blick

Der ganze Zauber hängt an einem PlugIn, und wenn das plötzlich nicht mehr ist, ist auch der Zauber nicht mehr.
Und was, wenn ich keine Website für einen Webdesigner mache, sondern eine für den Dachdecker Wunsel? Da wird die braungebrannte Dame am Strand nicht mehr passen, dann ist Schluss mit tollen Vorlagen. Und dann sieht das alles plötzlich nicht mehr so aus wie auf dem Prospekt.

Ja, dann hab ich eine – sorry: stinknormale Website: Homepage mit Foto vom Betrieb, wir über uns mit Jugendfotos der Mitarbeiter, Leistungen mit einer Auflistung von allem, was ein Dachdecker eben so macht und der obligatorischen Datenschutzerklärung, die 98% von allem Inhalt ausmacht und zu 90% Dinge behandelt, die auf der Website gar nicht sind.

Dafür habe ich eine riesige Zielscheibe für Hacker hingestellt und wenn ich das Pech habe, dass Google die Site tatsächlich etwas prominenter listet, werden sie zur Stelle sein.

Weil Webdesign dann doch etwas mehr ist, als mit WordPress irgendwelche Schnippel zusammenstellen.